a.k.m. unterstützt Rekordversuch

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Die Geschichte der Bodenseeschwimmer, genauer gesagt der Bodensee-Durchschwimmer, gehört zu den interessantesten Kapiteln der Sportgeschichte. Das "Schwäbische Meer" mit seinen 63,5 km Länge, 12 km Breite und - an der tiefsten Stelle - 250 m Tiefe ist bereits in fast jeder erdenklichen Variante durchquert worden. Aber eben nur in fast jeder erdenklichen Variante. 

Die Durchquerung des Sees in Längsrichtung auf seiner größten Erstreckung zwischen Bodmann und Bregenz ist bisher noch nicht gewagt worden. 

Die a.k.m. unterstützte dieses außergewöhnliches Vorhaben. 

 

Die Schwimmerinnen

Bodenseeschwimmen

"Hobby" Bodenseeschwimmen

Die beiden Schwimmerinnen sind keine Unbekannten, wenn es um große Schwimmstrecken geht: Sandra Albrecht ist die ungekrönte Distanz-Königin des Bayreuther 24-Stunden-Schwimmens und fühlt sich daher zunehmend auf großen Strecken wohl - der Bodensee kommt ihr da gerade recht. 

Antje Romano hat bereits mehrfach den Bodensee durchquert und ist die bislang einzige Frau der Welt, die die Strecke zwischen Bregenz und Konstanz geschafft hat. 

Kennengelernt haben sich die beiden durch ihr gemeinsames Hobby. 

Sandra Albrecht, eine gebürtige Bayreutherin und ehemalige SVB-Schwimmerin, die aus Brandholz bei Goldkronach stammt, hat es durch ihren Beruf als Lehrerin an den Bodensee verschlagen. Dort ist sie natürlich auch gleich in den örtlichen Schwimmverein als aktive Schwimmerin eingetreten. 

Antje Romano hat es als Seeanwohnerin und begeisterte Hobbysportlerin natürlich immer wieder gereizt im Bodensee zu schwimmen. Dass dabei auch einmal eine Durchquerung in Angriff genommen wird, liegt in der Natur der Sache - das Bodenseeschwimmen hat schließlich Tradition am "Schwäbischen Meer".

 

Antje Romano Sandra Albrecht

2000: Der erste Versuch

2000: Der erste Versuch

Vorgesehen war die Rekord-Durchquerung für den 19. und 20. August 2000. Welche Strecke gewählt wird, ob von Bodmann nach Bregenz oder in umgekehrter Richtung, machte man von den örtlichen Verhältnissen abhängig (Strömung, Wassertemperatur). Auch die Schiffsverkehrsrouten mussten berücksichtigt werden - immerhin würde die Aktion voraussichtlich mehr als 24 Stunden dauern. Unterstützt und gesichert wurden die Schwimmerinnen von einigen Begleitbooten mit Trainern, Ärzten und Betreuern, die die notwendige Versorgung sicherstellen und im Notfall eingreifen können. Die a.k.m. unterstützte die Aktion ebenfalls und übertrug die Aktion ins Internet. 


Es geht los

Nach der endgültigen Berechnung der Strömungsverhältnisse startete man in Bodmann am Samstagabend gegen 19:00 Uhr. Das Wetter war gut und viele Besucher verfolgten am Bootssteg wie die zwei Schwimmerinnen die Durchquerung des Sees in Angriff nahmen. 

Mit dem Einsetzen der Dämmerung verschlechtert sich das Wetter zusehens. Bewölkung zieht auf, Nieselschauer fallen und es brist auf - Sturmwarnung wird gegeben. Abbruch schon nach 3 Stunden? Nein. Es fallen zwar teils heftige Regenschauer, aber der Wind legt sich wieder. So können die beiden Schwimmerinnen bis zum nächsten Morgen die Friedrichshafener Bucht erreichen. 

Am Sonntag herrscht bestes Wetter - Sonne pur. Den beiden Sportlerinnen geht es trotz der Strapaze verhältnismäßig gut. Störend wirkt sich nur der jetzt stärker werdende Schiffsverkehr aus. Der Sonntag verstreicht jedoch ohne Zwischenfälle. Am späten Nachmittag wird das Wetter alllerdings wieder schlechter. Nachdem geschlossene Bewölkung den blauen Himmel verdeckt wird es zunehmend windiger. Gegen 16:20 Uhr wird Sturmvorwarnung gegeben. Nach Absprache mit der Wasserschutzpolizei entschließt man sich jedoch weiter zu machen.

 

Sturm vor dem Ziel

Kurz vor dem Ziel - Bregenz war bereits in Sichtweite und nur noch wenige Kilometer entfernt - mussten die beiden Schwimmerinnen wegen des immer stürmischer werdenden Wetters gegen 18:15 Uhr aufgeben. Der Wellengang bei Windstärke 6 war so hoch, dass ein weiteres Vorwärtskommen nicht mehr möglich war. Die angekündigte Sturmwarnung veranlasste alle Beteiligten schließlich die Aktion aus Sicherheitsgründen abzubrechen. Gegen 19:00 Uhr landete man daher im Strandbad Eichwald in Lindau an. 

Dennoch war die vollbrachte Leistung ein sportlichs Highlight:

Insgesamt wurden über 55 km nonstop zurückgelegt. Die beiden Schwimmerinnen waren dafür rund 23 Stunden im Wasser unterwegs gewesen. Nach Auskunft von Sandra Albrecht und Antje Romano wäre noch genug "Luft" vorhanden gewesen, um die verbleibende Strecke zu schaffen. 

Zum Abschluss begab sich das gesamte Team nach Begrenz, um die großartige Leistung an der Schiffsanlegestelle zu feiern – und der ursprünglich geplanten Endstation – um die Fragen der Medien zu beantworten.

 

2001: Weltrekord!

2001: Weltrekord!

Nachdem das Wetter 2000 zum Abbruch der Aktion führt, konnte Sandra Albrecht nicht mehr ruhig schlafen und unternahm mit Unterstützung der a.k.m. und den "Vorarlberger Kraftwerken" am 01.08.2001 einen erneuten Versuch. 

In 23 Stunden und 20 Minuten hat Albrecht den Bodensee schließlich der Länge nach durchschwommen. 

Völlig erschöpft, aber glücklich stieg die 30-jährige im Hafen von Bregenz aus dem Wasser. Als erste Schwimmerinnen bewältigte sie die 64 Kilometer lange Distanz ohne Pausen. 

Empfangen wurde die Sportlerin von einer großen Menge Schaulustiger, die die Schwimmerin auf den letzten Metern anfeuerten.

 

Geschichte des Bodenseeschwimmens

Historisches

Chronik des Bodenseeschwimmens

Die Idee zur Durchquerung des Sees ist bereits hundert Jahre alt; allerdings herrschten am Anfang des Jahrhunderts nicht nur völlig andere Voraussetzungen vor - von Trainingsplänen oder einer sportmedizinischen Ernährung wusste damals noch niemand etwas. Auch die Schwimmer selbst wurden mehr als Verrückte abgetan, die Meldungen über ihre Leistung mit Befremden formuliert und oft auch angezweifelt. Im Laufe der Jahre änderte sich dies jedoch und es trat ein Effekt ein, den man als "Ver- sportlichung" bezeichnen kann: Schwimmen als neue Art der Leibesübung fand allmähliche Verbreitung und wurde nicht mehr nur von Einzelgängern betrieben. 

Organisierte Schwimmveranstaltungen verhalfen der Schwimmbewegung in den 20er Jahren zum Durchbruch, später wählte man noch nie geschwommene Strecken zur Seeüberquerung bewusst aus - es wurde gezielt versucht neue Rekorde aufzustellen. 

 

Und heute?

Heutzutage hat die Durchschwimmung (vor allem auf der sehr beliebten Strecke zwischen Romanshorn und Friedrichshafen) nichts ungewöhnliches mehr. 

Dennoch:

Technik, Ausdauer, Trainingsplan, Ernährung, Kälteschutz - alles muss stimmen und gut vorbereitet sein. Für diejenigen, die sich daran wagen, ist es trotzdem immer noch ein unvergessliches und äußerst strapaziöses Erlebnis: "Die meisten machen das nur einmal." 

 

"Chronik der Bodenseeschwimmer"

Chronik des Bodenseeschwimmens

 

Über die Geschichte des Bodensee-Durchschwimmens und derer, die es gewagt haben, gibt das Buch "Chronik der Bodenseeschwimmer 1900-1990" von Rolf Bader Aufschluss. (Erschienen im Verlag Karl Hofmann, Schondorf, Herausgegeben von Michel Krüger, Institut für Sportgeschichte Baden Württemberg e.V.). Hier finden sich noch viele weitere Informationen zu diesem Thema. Viele Hintergrundinformationen auf diesen Seiten entstammen vorwiegend diesem außergewöhnlichen Werk.